Landkreismodell "TAKKI"


breiverschmiertes Kleinkind beim Essen

Der bedarfsgerechte Ausbau der Kleinkindbetreuung ist seit einigen Jahren ein großes Thema für viele Gemeinden und Städte im Landkreis Böblingen. Die Kommunen haben den gesetzlichen Auftrag, schrittweise die Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder bedarfsgerecht auszubauen. Seit dem 01.08.2013 gibt es nach § 24, SGB VIII, Abschnitt (2) einen Rechtsanspruch, dass Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres einen Anspruch auf frühkindliche Förderung in der Kindertagespflege oder einer Tageseinrichtung haben.

Im Jahr 2008 hat auf Initiative des Kreisverbands Böblingen im baden-württembergischen Gemeindetag die Landkreisverwaltung zusammen mit Vertretern der Städte und Gemeinden sowie den beiden Tages- und Pflegeelternvereinen mit Sitz in Sindelfingen und Leonberg in Anlehnung an das "Modell Leinfelden-Echterdingen" das Modell "TAKKI" entwickelt, mit der Zielsetzung, die Tagespflege zur Betreuung von Kleinkindern zu stärken. Das Konzept bezieht sich auf die Betreuung von unter dreijährigen Kindern im Haushalt der Betreuungsperson oder in anderen geeigneten Räumen.

"TAKKI" ist die Abkürzung für: "Kommunale Tagespflege für Kleinkinder im Landkreis Böblingen".
Mittlerweile nehmen in unserem Zuständigkeitsgebiet 19 Gemeinden und Städte aus dem Altkreis Böblingen an TAKKI teil.

Im Altkreis Leonberg sind fünf Kommunen beteiligt. Zuständig im Altkreis Leonberg ist der Tages- und Pflegemutter e.V. Leonberg ,Distelfeldstraße 20, 71229 Leonberg, Telefon 07152 / 22490, E-Mail: tup-leo@t-online.de

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Modell "TAKKI" haben, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle, Telefon 07031/21371-0, info@tupf.de

Ziele von TAKKI?

TAKKI hat zum Ziel, mehr Tagespflegeplätze für Kinder unter drei Jahren zu schaffen.

TAKKI bietet Vorteile für Tagespflegepersonen und Eltern

Vorteile für die abgebenden Eltern

Eltern, die sich für dieses Betreuungsmodell für ihr unter dreijähriges Kind entscheiden, entrichten einen Elternbeitrag an die Gemeinde/Stadt, der sich an den Elternbeiträgen für eine Betreuung in den institutionellen Kindertageseinrichtungen (u3) in der jeweiligen Kommune im Landkreis Böblingen orientiert. Eltern bezahlen das Betreuungsentgelt direkt an die Wohnortgemeinde/Stadt.

Die Gemeinde/Stadt bezahlt dann die Tagespflegeperson nach den TAKKI-Richtsätzen und übernimmt den Differenzbetrag.

Für die Eltern ist eine echte Wahlfreiheit zwischen öffentlicher Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege gewährleistet. Kurzfristige Ausfallzeiten von Tagespflegepersonen werden auf Anfrage spätestens ab dem dritten Tag vom Tages- und Pflegeeltern e.V. Kreis Böblingen durch Vertretung geregelt.

Vorteile für die Tagespflegeperson

Die Teilnahme an TAKKI ist für die Tagespflegeperson freiwillig, die weiterhin selbständig tätig ist.

Tagespflegepersonen, die sich an TAKKI beteiligen, erhalten das Betreuungsentgelt nach den TAKKI-Richtsätzen von der Gemeinde/Stadt ausbezahlt, in der das Tageskind wohnt. Das bedeutet für die Tagespflegeperson eine große finanzielle Sicherheit. Außerdem wird das Pflegeverhältnis nicht durch die Abwicklung der Zahlungsvorgänge belastet.

Die Tagespflegeperson kann bei der (TAKKI-) Gemeinde/Stadt die zweite Hälfte nachgewiesener Sozialversicherungsbeiträge als Pauschale von monatlich maximal 105,- Euro beantragen.

Ferner bekommt die Tagespflegeperson von der Kommune für bis zu 25 betreuungsfreie Tage (maximal 5 Wochen) und bis zu 30 Krankheitstage (maximal 6 Wochen) den Aufwandersatz pro Kalenderjahr erstattet. Dadurch entsteht eine weitere finanzielle Sicherheit für die Tagespflegeperson.

Die Qualifizierungskosten werden der Tagespflegeperson vom Landkreis Böblingen zurückerstattet, sobald sie ein unter dreijähriges Tageskind im Rahmen des Modells aufnimmt.

Voraussetzungen, die eine Tagespflegeperson erfüllen muss

Die Tagespflegeperson muss sich mit 162 Unterrichtseinheiten qualifizieren (davon 32 Unterrichtseinheiten vor der Aufnahme eines Tageskindes und Praxis begleitend die restlichen 130 Unterrichtseinheiten). Personen mit besonderen einschlägigen Vor- und Ausbildungen (z.B. mit einer pädagogischen Ausbildung) können eine deutlich reduzierte Grundqualifizierung besuchen.

Weitere Anforderungen sind:

  • Bereitstellung eines Platzes für ein unter dreijähriges Tageskind.
  • Gültige Pflegerlaubnis nach § 43 SGB VIII, wie sie bei unserem Verein beantragt werden kann. Um die Erlaubnis zur Kindertagespflege zu erhalten, müssen persönliche Eignung, Qualifizierung und kindgerechte Räumlichkeiten nachgewiesen werden.
  • Schriftliche Vereinbarung mit der Gemeinde/Stadt, von der die Tagespflegeperson das Betreuungsgeld erhält. Ferner Abschluss eines "TAKKI"-Betreuungsvertrags mit den Eltern/Personensorgeberechtigten des Tageskindes.
  • Abschluss eines TAKKI-Betreuungsvertrags mit den Eltern/Personensorgeberechtigten des Tageskindes.
  • Bereitschaft zur Arbeit nach den gültigen TAKKI-Richtsätzen der Gemeinde/Stadt. Außerdem wird die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Tageselternvereinen im Landkreis und mit den Kommunen erwartet.

Außensprechstunden des Tages- und Pflegeelternvereins in den Gemeinden/Städten

In vielen Gemeinden/Städten des Landkreises Böblingen werden von den Tageselternvereinen Außensprechstunden angeboten (meistens in den Rathäusern). Termine und Orte können den örtlichen Mitteilungsblättern entnommen oder in unserer Geschäftsstelle (Telefon 07031/21371-0) erfragt werden.

Teil I und II der Grundqualifizierung und die Praxis begleitenden Gesprächskreise für Tagespflegepersonen werden von uns angeboten. Die Kurse III und IV der Grundqualifizierung und die Praxis begleitende Weiterbildung im Kurssystem findet nach der Grundqualifizierung bei den Familienbildungsstätten im Landkreis statt.

Persönliche Beratung

Bei Interesse an einer Teilnahme am Modell "TAKKI" wenden Sie sich bitte an unseren Verein. Wir informieren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch über die Besonderheiten. Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin, der in einem unserer beiden Büros (Sindelfingen und Herrenberg) oder während der Außensprechstunden in den Rathäusern wahrgenommen werden kann.